Nach dem Fußball war Feldhandball lange Zeit der zweitbeliebteste Sport in Deutschland. Die Anfänge des Handballs liegen auf dem Feld, erst später zogen die Spieler in Hallen. Heute aber ist der Sport in Vergessenheit geraten. Ganz verschwunden ist Feldhandball aber nicht.

Jetzt wird man kaum eine Chance mehr haben, dass 93.000 Zuschauer ins Stadion kommen, um ein Handballspiel unter freiem Himmel zu sehen. Die meisten Veranstaltungen sind im Freizeitbereich. Feldhandball ist eher ein Breitensport geworden, der im Sommer gespielt wird. Wenn die Fußballer eine Pause machen, nutzen die Handballer den Platz, um mal draußen trainieren zu können.

Sport wird nur noch zum Spaß ausgeführt

Es gibt einige Freizeitvereine, aber keine offizielle Liga mehr in Deutschland. In Duisburg gab es aber noch ein Turnier, bei dem Freunde des Feldhandballs aus ganz Europa auf dem Platz standen. Immerhin kamen hier bis zu 200 Mannschaften. Während die Hallenspiele der Handball-Bundesliga im TV und im Unibet TV Livestream zu sehen sind, muss man zu Feldhandball-Matches noch selbst hinfahren.

Der Grund, warum Handball unter freiem Himmel verschwand, liegt am Wetter. In Mitteldeutschland wurden Spiele immer wieder zum Glücksspiel. Anders als beim Fußball ist Handball schneller, und ein nasser Ball ist nur schwer zu greifen. Den Ausschlag dürften aber die Länder im Norden gegeben haben. Dort ist es nicht nur nass, sondern kalt, und da macht Feldhandball keinen Spaß. Deshalb entschieden sich die Sportfunktionäre Ende der Siebzigerjahre, nur noch in Hallen zu spielen.

Feld und Tor waren so groß wie beim Fußball

Feldhandball gab es in zwei Formen: Einmal das Kleinfeld, das in etwa dem heutigen Hallenhandballfeld entspricht. Und dann ein Feld in der Größe eines Fußballplatzes, entsprechend gab es elf Spieler. Das Tor war ebenso groß wie ein Fußballtor, allerdings durfte ein Spieler den 13 Meter Halbkreis um das Tor nicht betreten. Die deutschen Nationalmannschaften waren überaus erfolgreich und gewannen alle Weltmeisterschaften im Feldhandball auf dem Großfeld. Bis 1968 gab es eine deutsche Großfeldmeisterschaft der Handballfrauen.